Leg dich nicht mit den Thai Strandjungs an

Leg dich nicht mit den Thai Strandjungs an

posted in: Phuket, Thailand | 1

Obwohl Patong der Haupttouristenort auf Phuket ist und man deshalb auch am Strand auf ein paar mehr Menschen trifft, herrscht hier immer eine ausgesprochen friedliche und heitere Atmosphäre. Zu dieser tragen ganz wesentlich die Thailändischen Beach Boys bei, die die Jet Skis vermieten, als Rettungsschwimmer arbeiten oder für das Wohlergehen der Touristen sorgen. Sie kassieren die Miete für die Strandliege, stellen einem den Sonnenschirm so hin, wie man es möchte, bringen einem einen Kaffee oder ein Sandwich, verschieben unaufgefordert die Sonnenschirme mit dem Sonnenverlauf und haben dabei stets ein Späßchen auf Lager und ein freundliches Lächeln.

Der etwas belesenere Thailandkenner weiß allerdings auch, dass sich diese Freundlichkeit schnell ins Gegenteil kehren kann, wenn man die Jungs zu sehr reizt.

Schon seit Tagen kam am frühen Nachmittag eine Gruppe arabisch aussehender Männer, die wohl in ihren Zwanzigern waren. Sie lagen immer circa zehn Meter neben mir und nervten mich durch ihr aufgesetztes Machogehabe, ihre Unfreundlichkeit gegenüber den Thais, die sie bedienten und vor allem dadurch, dass sie eine kleine Sound Box mit sich führten und dann ihre für meine Ohren befremdliche Musik abspielten. Sie verschwendeten keine Gedanken daran, was wohl wäre, wenn jeder am Strand seine eigen Sound Box mitbrächte. Diese Jungs waren mir zutiefst unsympathisch!

Heute kam ich gerade von einem kurzen Erfrischungsgang im Meer zurück an meine Strandliege, als ein paar dieser Typen den Strand langkamen. Mit festen Schritten, den Händen fuchtelnd, aufgeregt miteinander diskutierend und grimmigem Blick. Ein offensichtlich völlig außer Kontrolle geratener Ausstoß an Adrenalin und Testosteron mit entsprechender Aggressivität war nicht zu übersehen.

Da dachte ich mir nur: “Ups, was ist denn hier los? Das könnte noch interessant werden!”

Die Typen zogen weiter und verschwanden zwischen den Sonnenschirmen. Nach zwei, drei Minuten kamen sie plötzlich wieder und hielten alle eine Eisenstange in der Hand, ein verkürztes Bewehrungseisen, das normalerweise für die Sonnenschirme benutzt wird. Es hat zwei angeschweißte Metallösen. Diese etwa fünfzig Zentimeter lange Eisenstange wird in den Sand gerammt und die Stange des Sonnenschirms durch die zwei Ösen gesteckt. Damit steht so ein Schirm auch bei stärkerem Wind ziemlich sicher im Sand.

Die Gruppe bestand aus acht bis zehn Leuten. Einer von ihnen zog direkt neben mir einen Sonnenschirm aus dem Sand, und bewaffnete sich wie die anderen mit einer solchen Eisenstange. Sie alle liefen in Richtung der vielleicht dreißig Meter von mir entfernten Jetskivermieter.

Jetzt dachte ich mir: “Uuuups. Jetzt wird es aber wirklich interessant!”

Die Gruppe marschierte in geschlossener Formation auf die Jet Ski-Station zu. Da kamen ihnen die ersten Thais mit gleicher Bewaffnung schon entgegen. Und je weiter die Araber auf die Thais zugingen, desto mehr Thais kamen zwischen den Sonnenschirmen hervor.

Beide Gruppen standen sich dann für einen kurzen Moment gegenüber. Ganz in meiner Nähe. Die Thais hatten etwa doppelt so viele Krieger wie die Araber. Und plötzlich fing ein kleiner Thai an, fürchterliche Schlachtrufe auszustoßen, während er von seinem rechten auf den linken Fuß hin und her sprang und unvermittelt furchtlos auf die Araber zustürmte. Seine Kameraden folgt ihm ohne Verzögerung mit lautem Geschrei.

Nach einem sehr, sehr kurzen Überraschungsmoment reagierten die Araber sofort. Sie ließen ihre Eisenstangen fallen, drehten sich um und rannten um ihr Leben. Die Thais verfolgten sie und schleuderten aus dem Lauf heraus ihre Stangen den Arabern hinterher, trafen sie aber nicht. Es sah so aus, dass die Araber entkommen konnten.

Einer der Thais kam dann zu mir und anderen Touristen als Teil einer sehr interessierten Öffentlichkeit und versuchte, uns in gebrochenem Englisch den Hintergrund dieser Schlacht zu erklären. Die Araber hatten Jet Skis gemietet und die Zeit überzogen. Bei der Rückgabe kam es dann offensichtlich zu einem Wortgefecht, in dessen Verlauf die Araber zu den Thais wiederholt “Fuck you, fuck you, fuck you!!” gesagt haben. Wie und warum es dann so eskalierte, dass es zur Schlacht kam, weiß ich nicht.

Aber eines ist sicher: Leg dich nicht mit den Thai Strandjungs an!

Hier ein paar typische Portraits dieser Beach Boys:

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One Response

  1. Barbara
    | Reply

    wow. gänsehaut.

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