Die Ostküste von Koh Chang – Ländliche Idylle (Teil I)

posted in: Koh Chang, Thailand | 0

Nachdem ich vorgestern die Westküste mit ihren Stränden abgeklappert hatte, konnte ich mir abends ein paar Bierchen nicht verkneifen und brauchte deshalb anschließend einen Ruhetag zur Erholung. Deshalb ging es erst heute die Ostküste entlang.

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Ich hatte ein paar Zweifel, ob ich mir die hundert Kilometer überhaupt antun sollte, denn alles, was ich über die Ostküste gelesen hatte, klang nicht sehr vielversprechend. Aber das ist ja hier kein Gammelurlaub, sondern ein Arbeitsurlaub, um viele verkaufsfähige Fotos zu produzieren.

Da es an der Ostküste praktisch keine Strände gibt, findet man hier auch kaum Touristen. Eigentlich findet man hier überhaupt keine Menschen. Aber die Fahrt entlang der Küste führt durch schöne tropische Landschaften, an Kautschukplantagen vorbei, und ab und an hat man einen sehr schönen Blick über das Meer und ein paar sehr kleine Naturstrände. Vereinzelte kleine Dörfer scheinen wie ausgestorben. Keine Menschenseele auf der Straße oder in der Hängematte. Ich muss allerdings sagen, dass ich durch diese Gegend zur Mittagszeit fuhr und die Menschen wahrscheinlich gerade ihre Siesta gemacht haben.

Eine typische verlassene Landstraße

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Zuerst kam ich am Chao Po Koh Chang Tempel vorbei. Es handelt sich um einen Schrein, der am nördlichen Ende der Westküste liegt und nicht besonders groß oder sensationell erscheint. Aber er ist schön bunt und mit zahlreichen Figuren, Skulpturen und Malereien versehen. Von seiner Bauart und Verzierung her, scheint es sich um einen chinesischen Tempel zu handeln, was ich aber leider trotz intensiver Google-Forschung nicht bestätigen kann.

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Dann kam ich an ein paar Kautschukplantagen vorbei

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und anschließend an ein paar Naturstränden.

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Mitten im Nirgendwo fand sich diese Schießanlage, auf der man fünfzehn Schüsse für 1.500 Baht (33 €) abgeben kann. Ich wundere mich immer wieder über all diese Schießanlagen, auf die ich immer wieder in Südostasien treffe. Ich frage mich dann, ob die Einheimischen so schießwütig sind oder die Touristen. Sehr frequentiert scheinen diese Anlagen allerdings nicht zu sein.

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Schöner Ausblick über das Tropenparadies

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Eigentlich wollte ich noch zum Long Beach (Punkt C auf der Karte). Der Strand ist nicht so einfach zu erreichen. Zuerst muss man mal über diese provisorische Holzbrücke aus zusammengelegten Brettern fahren. Das sieht einfacher aus, als man glaubt.

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Nachdem man diese Hürde erfolgreich genommen hat, endet die Straße einen Kilometer dahinter abrupt und geht in einen staubigen, steinigen, sehr steilen und mit Schlaglöchern übersäten ungepflasterten Naturpfad über. Ich hielt hier an. Ein Hinweisschild sagte, dass es noch zwei Kilometer zum Strand seien. Nach meinen vielen Reisen in Asien habe ich inzwischen gelernt, dass selbst einfachsten Informationen und Angaben mit einer gewissen Vorsicht zu begegnen ist. Das Gleiche gilt für die Aussagekraft einer Tankanzeige an einem recht alten Moped. Die Nadel war in besorgniserregende Nähe der Reserve  gewandert. Ich hatte kein Gefühl dafür, wie lange mein Sprit noch reichen würde und wann oder wo ich die nächste Tankstelle finden würde. In logischer Konsequenz entschied ich mich, den Strand einfach links liegen zu lassen. Und ich tröstete mich damit, dass dieser Strand wahrscheinlich auch nur viel Sand, einen Ozean vor sich und viele Palmen hinter sich haben würde, die nur darauf warten, mich mit ihren Kokosnüssen zu bewerfen.

Und während ich dort immer noch verharrte und mir Gedanken über all diese Gefahren  auf Reisen machte, fuhren zwei junge Typen an mir vorbei, die offensichtlich im Gegensatz zu mir keine Sekunde darauf verschwendeten, sich Gedanken über ihren Benzinvorrat, die Kokosnüsse und vor allem die Straßenverhältnisse zu machen. Sie fuhren einfach zielgerichtet in den steilen Pfad hinein und lagen nach keinen hundert Metern auf der Fresse, um es mal salopp auszudrücken. Ich hatte genug gesehen!

Ich drehte sofort um und fuhr zurück. Das Schicksal wollte es, dass ich dann bald an einem kleinen Kiosk vorbei kam, wo Benzin in Flaschen verkauft wurde. Ich brauchte nur zwei Liter, und mein Tank war wieder voll. So viel zum Thema Tankanzeigenverlässlichkeit. Ich musste mir nicht mal selbst die Finger schmutzig machen. Das Befüllen übernahm diese junge Dame.

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Entspannt, glücklich, zufrieden, sorgen- und angstfrei fuhr ich weiter zu dem kleinen Dorf Salak Kokh (Punkt B auf der Karte). Wie schon Bang Bao vor zwei Tagen soll es sich um ein traditionelles Fischerdorf handeln, und ich freute mich schon darauf, endlich mal wieder ein paar Souvenirstände fotografieren zu dürfen.

Fortsetzung folgt!

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