Die Ostküste von Koh Chang – Ländliche Idylle (Teil II)

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Nach ein paar Kilometern erreichte ich Salak Kokh. Wie gesagt erwartete ich eine weitere Touristenfalle mit vielen Souvenirständen. Zu meiner großen Überraschng handelte es sich allerdings tatsächlich um ein traditionelles Fischerdorf in Reinform.

Als Erstes kam ich an einer kleinen Werft vorbei. Es ist die Einzige ihrer Art auf der ganzen Insel, wo die Fischer ihre Boote reparieren lassen können. Als ich dort war, lagen zwei alte Kähne auf dem Trockenen und hatten eine Generalüberholung offensichtlich sehr nötig.

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In der Nähe lag dieses alte Boot, das es scheinbar nicht mehr rechtzeitig zur Werft schaffte.

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Das ganze Dorf sah ziemlich ärmlich und heruntergekommen aus. Die meisten Häuser wurden traditionell auf Stelzen gebaut und durch Holzstege miteinander verbunden. Ich wagte es, auf diesen Stegen durch das Dorf zu laufen, obwohl die Bretter sehr, sehr alt aussahen und bei jedem Tritt verdächtige Geräusche von sich gaben und sich vor allem recht stark durchbogen. Normalerweise sage ich mir in solchen bedenklichen Situationen, dass wenn die Einheimischen dieses oder jenes tun, dann kann ich das eigentlich auch bedenkenlos nachmachen. Während ich mich Schritt für Schritt langsam und vorsichtig vorwärts bewegte, fragte ich mich aber, ob der Gewichtsunterschied zwischen mir und einem kleinen, drahtigen thailändischen Fischer nicht vielleicht ein wenig zu hoch sei für diese alten Holzplanken. Davon unbeirrt setzte ich meine Tour natürlich fort.

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In einer Holzhütte saß eine Mutter mit ihren kleinen Kindern im offenen Wohnzimmer und sah fern. Ich lächelte sie nett an und fragte, ob ich ein paar Fotos machen dürfe. Mein Lächeln wurde freundlich erwidert, und ich wurde hereingebeten. Ich konnte eine ganze Serie an Bildern machen.

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Auch in diesem Dorf traf ich nur auf wenige Menschen, aber es war noch nicht mal drei Uhr nachmittags. In einem kleinen gemauerten Haus stand ein Billiardtisch, der irgendwie gar nicht in das Dorf passte.

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In der Nähe konnte man ein Boot mieten, um sich durch die Mangrovenkanäle fahren zu lassen.

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Obwohl die Menschen ein Leben in einfachsten Verhältnissen führen, ist auch hier der Einzug der Hochtechnologie nicht aufzuhalten und wird von den Kleinsten angenommen.

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Ich fuhr anschließend weiter zu meinem letzten Ziel, einem weiteren Fischerdorf mit dem Namen Salak Phet (Punkt D auf der Karte). Auch dieses Dorf besteht ganz überwiegend aus Stelzenhäusern. Es ist im Gegensatz zu Salak Khok sehr viel größer und scheinbar auch wohlhabender. Tatsächlich war das Dorf vor mehr als zwanzig Jahren und vor dem Einzug des Tourismus das wirtschaftliche Zentrum der Insel. Heute sieht man nur noch ein paar Fischerboote, die im kleinen Hafen ankern.

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Kurz vor dem Dorf kam ich auf meiner Rückfahrt an einem sehr kleinen Café vorbei, das von einem älteren Schweizer mit seiner jüngeren thailändischen Frau geführt wird. Die Beiden haben eine kleine Tochter zusammen. Kurz nach mir kam ein russisches Pärchen, das in San Francisco lebt. Wir kamen schnell miteinander ins Gespräch über dieses und jenes. Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, die Beiden nach ihrer Meinung zum Fall Mikhail Chodorkowsky zu befragen. Mein Interesse war besonders hoch, da ich während der zwei Wochen auf Phuket ein hoch interessantes und kritisches Buch über Chodorkowsky gelesen habe. Es beschäftigt sich vor allem damit, wie er zu einem der reichsten Männer der Welt werden konnte und die dann folgenden Prozess. Zwei Tage nachdem ich das Buch beendet hatte, wurde dieser zwielichtige Mann frei gelassen.

Der Russe erklärte mir dann, dass man den Fall in Russland sehr viel differenzierter sehen würde. Jeder wisse, dass Chodorkoswky seinen Reichtum nicht mit legalen Mitteln erreichen konnte. Und natürlich mag das niemand. Aber die Russen haben auch immer ein Herz für alle Inhaftierten, erst recht, wenn sie sich gegen die Staatsmacht in Moskau auflehnen.

Es war inzwischen schon fünf Uhr, und ich wollte weiterfahren, um vor Sonnenuntergang zurück zu sein. Da ich die ganze Ostküste nun wieder hochfahren musste und die Hügel entlang der Küstenstraße die niedrig stehende Sonne verdeckten, wurde es streckenweise ziemlich unangenehm kalt. Ich erreichte aber meinen White Sands Beach wieder mal zur rechten Zeit. Ich liebe diese Sonnenuntergänge.

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