Koh Chang – Noch eine Trauminsel

posted in: Koh Chang, Thailand | 3

Seit geraumer Zeit überlege ich nun schon, sechs bis neun Monate im Jahr irgendwo in Asien zu leben. Und Phuket war bisher immer die erste Wahl. Nachdem ich auf Koh Samet gewesen war, kamen die ersten Zweifel an dieser Wahl. Jetzt bin ich gerade auf Koh Chang, und Phuket verliert weiter an Reiz. Koh Chang! Was für eine Insel!

Koh Chang, der Name bedeutet Elefanteninsel, ist nach Phuket die zweitgrößte Insel Thailands und liegt vor der Ostküste des Golfs von Thailand.

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Die Insel ist ziemlich gebirgig und erreicht 743 Meter an der höchsten Erhebung. Deshalb gibt es auch nur Straßen entlang der Küsten, aber kaum eine, die ins Inselinnere führt. Die meisten Strände liegen an der Westküste. Während Koh Samet sicherlich mehr Strände vorzuweisen hat, so sind sie auf Koh Chang auf jeden Fall länger und weniger bevölkert.

Ich bin in einem Hotel am Hat Sai Khao Strand, dem White Sands Beach, abgestiegen. Hier gibt es die meisten Hotels und Bars. Ich wähle eigentlich immer die Orte, in denen ich auch ein wenig Nachtleben finde, obwohl ich genau so gerne zur Abwechslung ruhige Plätze suche, wo man gemütlich und ohne Dauerbeschallung sein Bierchen genießen kann. Das ist aber oftmals nicht so einfach Aber hier auf Koh Chang, und selbst hier auf dem belebten White Sands Beach, findet man die perfekte Mischung aus Halligalli und ruhigen Plätzchen. Hinzu kommt, dass das Nachtleben auf Koh Chang ruhiger zu verlaufen scheint als anderswo in beliebten Badeorten Thailands. Es gibt hier sogar ein paar Beer Bars am südlichen Ende der Strandstraße. Die Einheimischen nennen  diese Bars “Little Pattaya”, womit sich eine weitere Beschreibung erübrigt.

Nach Sonnenuntergang beginnen die Bars und Restaurants am Strand, ihre Tische und Stühle aufzubauen, und dann dauert es nicht lange, bis die ersten jungen Feuerakrobaten ihren Auftritt haben. Es sind junge Thais, die mit einem an beiden Enden brennenden Holzstab, artistische Bewegungen ausführen. Das alles wird dann von lauter Techno-Musik begleitet, die ich bekanntlich nicht ausstehen kann. Aber nach einer halben Stunde, wenn die Show vorüber ist, wird es auch wieder ruhig, und man kann dann das Rauschen und Plätschern der Wellen genießen.

Heute mietete ich mal wieder ein Moped und fuhr die Westküste ab, um wieder die Strände abzufotografieren. Wie gesagt sind die Strände hier ziemlich lang und wenig bevölkert. Wer also tropische, ruhige und  abgelegene Traumstrände sucht, der wird auf Koh Chang fündig.

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Auf halber Strecke, am  Klong Prao Strand, machte ich eine Pause und trank einen Kaffee an einer kleinen Strandbar mit angenehmem Blues im Hintergrund. Ich war bisher nur selten an solch entspannten und friedlichen Plätzen, die man gar nicht mehr verlassen will. Man sitzt unter großen Palmen, schaut auf den Ozean und wartet darauf, dass einem eine Kokosnuss auf den Kopf fällt. Das mag auf den ersten Blick ein wenig witzig klingen, und so ist es natürlich auch gemeint. Tatsächlich gehört aber die Todesursache, von einer Killerkokosnuss erschlagen zu werden, zu einer der häufigsten unnatürlichen Todesarten in Thailand.

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Vorsicht vor den Kokosnüssen!

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An einem Ende des Strandes gab es eine kleine Lagune.

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Ich raffte mich schleißlich schweren Herzens auf und fuhr zur kleinen Insel Koh Man Nai, die direkt vor der Küste von Koh Chang liegt. Um dorthin zu gelangen, msste ich eine sehr steile und kurvenreiche Straße zu einem Ferienresort am Strand hinunterfahren.

Blick auf die Insel Koh Man Nai

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Ein befreundeter Fotograf gab mir den Hinweis, dass es auf dieser Insel ein paar Aussteiger und Hippies gäbe, die dort fern der Zivilisation mit den üblichen Mitteln ihr Bewusstsein erweitern. Das könnte natürlich eine schöne Fotoreportage werden. Allerdings war die Insel nur mit dem Kajak zu erreichen. Kajak bin ich noch nie im Leben gefahren oder gepaddelt, und ich machte mir ein wenig Sorge um meine kostspielige Fotoausrüstung. Deshalb wollte ich mich bei ein paar Einheimischen rückversichern und fragte nach dieser besonderen Spezies, die da auf der Insel leben sollte. Die Thais erklärten mir dann, dass von einigen Tagestouristen mal abgesehen, niemand auf der Insel lebe oder campen würde. Also machte ich stattdessen ein paar Zivilisationsstudien im Resort, wie das Bild dieses träumenden Typen auf der Luftmatratze.

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Über weitere Strände landete ich dann in dem kleinen Dorf Bang Bao an der Südspitze der Insel. Es wird überall als traditionelles Fischerdorf beschrieben. Das mag es auch mal gewesen sein. Aber wie so oft, wenn erst einmal ein schöner Ort von den Reisepionieren entdeckt wurde und die frohe Kunde dann um die Welt geht, dauert es nicht lange, bis die Einheimischen erkennen, dass lange Nasen mit dicken Geldbeuteln gleichzusetzen sind, deren Inhalt es zügig umzuverteilen gilt. Und so war es wohl auch hier in Bang Bao. Alles, was es zu besichtigen gibt, ist ein langer Holzsteg gesäumt von kleinen Läden, die Souvenire und anderen Schnickschnack verkaufen. Deshalb schnell wieder weg von hier!

Blick auf das “Fischerdorf” Bang Bao

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Brettspiel mit Zigarettenstummel, Steinen und Flaschenkronen in Bang Bao!

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An meinem letzten Strand für den heutigen Tag, dem Khong Kloi, setzte ich mich noch einmal in eine Strandbar und trank noch einen Kaffee und rauchte eine Zigarette mit schönem Blick über die ganze Szenerie.

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Inzwischen war es 17:00. Und das bedeutet Sonnenuntergangszeit! Ich fuhr den ganzen Weg die Küste entlang zurück und machte noch einmal einen Zwischenstopp an einem Aussichtspunkt, wo ich die untergehende Sonne über Koh Man Nai, der Aussteigerinsel, ablichten konnte.

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An meinem “Heimatstrand” kam ich auch gerade noch rechtzeitig an.

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Koh Chang! Was für eine schöne Insel!

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3 Responses

  1. L.E.
    | Reply

    Das war wieder ein schöners Bericht, auf den ich schon zwei Tagee
    gewartet habe. Danke L.E bzw die alte Tante

  2. klimke rosemarie
    | Reply

    danke für alles, liest sich sehr gut, weiter so,

  3. Stefan Dahle
    | Reply

    Vielen Dank an die treue Leserschaft :-)

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