Neujahrsbesuch im Tempel Wat Arun

posted in: Bangkok, Thailand | 2

Wat Arun ist einer der bekanntesten und schönsten buddhistischen Tempel in Bangkok. Und ein Besuch an Neujahr ist ein ganz besonderes Erlebnis, denn an diesem Tag strömen Tausende Gläubige zum Tempel, der wiederum einer von insgesamt neun ist, die am 01. Januar traditionell besucht werden sollten. Ziel dieser alten Tradition des sogenannten Sammelns von Verdiensten ist das spirituelle Glück. Wenn man berücksichtigt, dass man nicht gerade kleine Entfernungen zwischen den Tempeln zurücklegen muss, dann sollte man besser früh aufstehen, um die Tour an einem Tag zu schaffen.

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Wat Arun, der Tempel der Morgenröte, ist nicht nur ein Wahrzeichen Bangkoks, sondern von ganz Thailand. Er datiert zurück auf das siebte Jahrhundert, obwohl die Prangs, also die Türme, erst Anfang des neunzehnten Jahrhunderts gebaut wurden.

Interessant ist auch, dass bis zum heutigen Tag die genaue Höhe des Hauptprangs unklar ist. Die Angaben schwanken zwischen 66 und 86 Metern, wobei 66 und 86 Meter am Häufigsten genannt werden. Es dürfte in unserer heutigen hoch technisierten Welt sicher kein Problem sein, die Höhe dieses Bauwerks auf den Zehntelmillimeter genau zu bestimmen. Und wahrscheinlich ist dies auch längst geschehen. Die wahre Herausforderung ist, eine solch korrekte Information gegen die seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten herumschwirrenden Falschmeldungen durchzusetzen. Wie hoch er nun auch immer wirklich sein mag – fest steht: Er ist sehr hoch.

Die Türme sind alle mit vielen Figuren und Skulpturen geschmückt, die alle aus chinesischem Porzellan und Muscheln zusammengesetzt sind. Insgesamt sollen allein am Hauptprang über eine Million solcher Teile verbaut worden sein.

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Man kann auch auf den zentralen Prang über sehr steile und enge Treppen hinaufsteigen. In allen vier Himmelsrichtungen findet man diese Aufgänge. Es gibt zwei Niveaus, die man so erreichen kann. Das Erste ist noch relativ leicht zu besteigen. Ob man auch auf das zweite Niveau steigen will, sollte man sich allerdings zwei Mal überlegen. Denn die Stufen, die dorthin führen, sind nicht nur nicht einmal zwanzig Zentimeter breit, sondern auch sehr hoch und vor allem extrem steil.<p

Hochkommen ist die eine Seite! Die andere Seite ist, von dort auch wieder unbeschadet herunterzukommen, was eine wirkliche Herausforderung darstellen kann und einer Mutprobe gleichkommt. Zuerst schaut man nämlich in den Abgrund. Dieser Anblick alleine könnte einem schon den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Aber, wenn man dann noch die Massen an Touristen sieht, alt und jung, die einem entgegenklettern, und wenn man dann noch als verantwortungsbewusster Mensch sein Augenmerk auf diese alte japanische Dame lenkt, die schwer zu atmen scheint und deren Gesichtsröte ein gesundes Maß offensichtlich längst überschritten hat, und die sich krampfhaft mit beiden Händen an der Reling festklammert, dann fängt man doch an, sich so seine Gedanken über das „was, wenn…“ zu machen. Was wäre, wenn die alte Japanerin ohnmächtig wird, herunterfällt und damit die anderen, wie an einem Berg mit sich reißt? Grauenvolle Gedanken!

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Aber ich will niemanden entmutigen oder verängstigen. An normalen Tagen ohne diesen Menschenandrang sollte jeder einigermaßen in der Lage sein, den Aufstieg zu schaffen. Und den Abstieg natürlich auch, solange man nicht unter Höhenangst leidet. In jedem Fall wird man mit einem wunderbaren Panoramablick über Bangkok, den Fluss und den Königspalast belohnt.

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Neben den Prangs sollte man auch einen Blick in die Viharns werfen. Das sind Klostergebäude, von denen es einige auf dem Tempelgelände gibt.

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Die allgemeine Atmosphäre an Neujahr ist hier besonders spirituell trotz oder vielleicht auch gerade wegen der vielen Menschen, die hierher kommen und ihre Gaben und Spenden geben und für ihr Glück beten.

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Wat Arun liegt nahe am Westufer des Flusses Chao Phraya und kann bequem mit den Flussfähren erreicht werden. Man steigt an der achten Station, Tha Rachini, aus, wechselt dort auf eine kleinere Fähre, die einen dann auf die andere Seite bringt. Der Eintritt zum Tempel kostet für Ausländer 50 THB.

Klick auf die Diashow über dem Artikel, um mehr Bilder zu sehen.

2 Responses

  1. katja
    | Reply

    Baedeker haette es nicht besser machen koennen- super tolle Reiseinfo ! Merci

  2. Stefan Dahle
    | Reply

    Danke schön! Da bist D heute schon die Zweite, die auf solche Gedanken kam :-)

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