Puerto Princesa an einem sehr wolkigen Tag

posted in: Palawan, Philippinen | 1

Mein erster von vier vollen Tagen, die ich hier bin, und das Wetter ist immer noch schlecht. Tief hängende, dunkle Wolken! Aber zuallererst musste ich heute mein Hotel wechseln (siehe unten), weshalb ich den Fototag auch nicht vor 13:00 starten konnte.

Eigentlich wollte ich zu einem der vielen interessanten Ziele in der Gegend um die Stadt fahren, aber das Wetter zwang mich wieder mal dazu, hier zu bleiben. Die Regengefahr war einfach zu groß, um mit dem Moped und der Kamera 50 bis 100 KM zu fahren und dann eingenässt zu werden. In solchen Situationen bleibt einem nichts anderes übrig, als mal wieder einen Blick auf das Alltagsleben der Menschen zu werfen. Und nichts eignet sich dafür besser, als zum größten Markt zu fahren.

Auf meinem Weg dorthin sah ich in einem Blickwinkel eine zur Straße offene Schmiede. Ich hielt sfort an und drehte um, stellte mich dann als Fotgraf aus Deutschland vor und bat darum, ein paar Afnahmen machen zu dürfen. Erwartungsgemäß freuten sich die Arbeiter darüber.

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Ich fragte die Arbeiter, ob sie eine Mailadresse hätten, damit ich ihnen ein paar Bilder schicken könnte. Leider war dem aber nicht so.

Als ich am Markt angekommen war, lief ich zuerst zum Fischmarkt, der nur ein paar Hundert Meter entfernt lag. Dort war natürlich zu dieser späten Stunde nichts mehr los. Aber ich sah eine kleine Siedlung aus Stelzenhäusern, die sich in erbärmlichem Zustand befand und völlig zugemüllt war. Die hier lebenden Menschen müssen extrem arm sein. Ich sprach mit einer kleinen Gruppe von Einheimischen, die in der Nähe standen. Die Siedlung sollte eigentlich geräumt sein. Viele der Menschen wurden schon umgesiedelt in eine viel weiter entfernte Gegend. Wie so oft sträuben sich die Leute aber dagegen und kommen zurück. So wie hier!

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Dies sind die Überbleibsel der Stelzen, auf den die Häuser mal standen.

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Der Markt selbst war nichts Besonderes. Einfach ein typischer Markt wie man ihn so oft in Südostasien finden kann. Unzählige Verkaufsstände, an denen man alles und nichts kaufen kann. Aber wenn man ein Gefühl für eine fremde Kultur und das Alltagsleben bekommen will, dann eignet sich nichts so sehr dafür wie ein Besuch auf einem solchen Markt.

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Am späteren Nachmittag fuhr ich zurück in die Gegend, in der auch mein Hotel liegt. Das ist eine sehr interessante Nachbarschaft. Mehr oder weniger im Herzen der Stadt befindet man sich abseits der Hauptstraßen in einer friedlichen, ländlichen Umgebung. Es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass die Menschen, die hier leben, zu den Armen gehören. Die Straßen sind unbefestigt, und viele der Behausungen sind einfache Holzhäuser. Aber die Menschen leben hier in einer schönen und natürlichen Umgebung. Ich mag mich wiederholen – aber ich habe immer wieder den Eindruck, dass so arm diese Leute auch sein mögen und so einfach ihr Leben auch ist, so scheinen sie doch wesentlich fröhlicher und zufriedener zu sein als der Durchschnitt in den reichen industrialisierten Ländern der westlichen Welt. Das soziale Umfeld und die Gemeinschaftsstrukturen sind noch intakt und spielen sich vor allem auf der Straße ab.

Obwohl ich bis jetzt schon an so vielen Orten in Asien gewesen bin, beeindruckt es mich nach wie vor, dieses idyllische Beisammensein und Leben zu beobachten.

Ein wesentliches Mitglied der Familie!

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Der Supermarkt!

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Lebendiges Gemeinschaftsleben auf der Straße!

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Die Kinder können sich noch mit den einfachsten Dingen beschäfigen und sich daran erfreuen.

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Nebenbemerkung:

Wenn ich in Asien herumreise, bin ich normalerweise zwischen sechs und acht Wochen unterwegs und besuche an die zehn verschiedene Orte. Deshalb wechsle ich im Durchschnitt alle vier, fünf Tage das Hotel. Es ist wohl nachvollziehbar, dass die Art und die Qualität der Unterkünfte auf so langen Reisen einen erheblichen Einfluss auf den Ausstoß von Glückshormonen und damit auf das allgemeine Wohlbefinden haben.

Wenn ich Hotels buche, orientiere ich mich immer an drei Kriterien, die alle in etwa den gleichen Stellenwert haben: 1. Lage, 2. Preis, 3. Bewertung/Qualität

Bisher ist es mir eigentlich noch nie passiert, dass ich mit meiner Hotelwahl mal richtig in die Tonne gegriffen habe. Aber ich muss auch zugeben, dass im Durchschnitt das Leben in asiatischen einfachen oder Mittelklassehotels auch nicht immer angenehm ist und man oftmals eine Menge Humor benötigt.

Aber dieses Mal habe ich mit meinem Hotel wirklich eine Niete gezogen. Obwohl es nur 21 € pro Tag kostet, hat es die besten Bewertungen auf booking.com und Tripadvisor. Ein Rätsel!

Ich wusste natürlich, dass diese Unterkunft die spartanischste meiner ganzen Reise ist, aber die Liste der Glückshormonbremsen war dann doch zu hoch:

  • ein Bad, das keine eineinhab Quadratmeter groß ist und eine offene Dusche ohne Duschvorhang hat, so dass das Bad nach regelmäßig geflutuet wird
  • kein Spiegel über dem Waschbecken, keine Abglagefläche
  • Zimmernummer 1 direkt neben der Rezeption, wo ein Fernseher mit voller Lautstärke dröhnt (Asiaten kennen keinen Lärm!)
  • keine Minibar, kein Kühlschrank, kein Trinkwasser, kein Schrank
  • eine derart weiche Matratze, dass ich mit meinen 78 KG nach ein paar Sekunden auf dem harten Brett sitze
  • ein einfaches Bettlaken als Bettdecke
  • eine ohrenbetäubende Klimaanlage
  • kein funktionsfähiges Internet! Und das mir als Fotograf!
  • und schließlich kein Schlaf, da man von Hähnen, Hühnern und Hunden direkt vor dem Fenster um 5:00 morgens geweckt wird

Das eine oder andere Problem ist nichts Neues für mich, auch eine Kombination von mehreren Problemen nicht. Aber alles zusammen in dieser Konzentration war zu viel. Deshalb bin ich in ein anderes Hotel in der Nähe umgezogen, das gerade mal 6 € pro Tag mehr kostet.

Klick auf die Diashow über dem Artikel, um mehr Bilder zu sehen.

One Response

  1. hk
    | Reply

    tja, da sieht man mal wieviel tripadviser und booking . com wirklich wert sind, nada !

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