Vergiss den schwimmenden Markt in Pattaya

posted in: Pattaya, Thailand | 3

Letzter Tag in Pattaya! Und ich bin ganz bestimmt nicht traurig deshalb! Heute besuchte ich noch den schwimmenden Markt, den man definitiv gesehen haben sollte. So zumindest, wenn man den Prospekten ├╝berall in der Sadt Glauben schenken darf.

Schwimmende M├Ąrkte in Asien haben eine lange Tradition und sind Ausdruck des allt├Ąglichen Lebens der Menschen. Ausl├Ąndische Besucher erhalten normalerweise einen guten Eindruck von dem Leben auf dem Fluss oder an der Meeresk├╝ste. Fr├╝h am Morgen kommen die Bauern und Fischer aus der Umgebung zusammen und verkaufen ihr Gem├╝se, den Fisch oder sonstige Meeresfr├╝chte direkt aus ihren Booten heraus. Diese schwimmenden M├Ąrkte haben meistens eine sehr spezielle Atmosph├Ąre. Unz├Ąhlige der traditionellen, schmalen Boote scheinen sich ineinander zu verhaken und bilden damit praktisch einen Teppich aus Booten ├╝ber dem Wasser. So sieht das typische und exotische Bild S├╝dostasiens aus. Und das sind auch die Bilder, die man im Kopf hat, wenn man einen schwimmenden Markt besuchen will. Das gilt ganz besonders, wenn man Fotos solcher M├Ąrkte im Internet gesehen hat oder sogar schon einmal einen solchen besucht hat. Und diese Erwartungshaltung hat man nat├╝rlich ebenso, wenn man zum schwimmenden Markt von Pattaya f├Ąhrt, dem gr├Â├čten seiner Art in Ost-Thailand. Aber hier ist alles anders.

Dieser Markt hat sich nicht ├╝ber viele Jahre hin entwickelt. Er wurde tats├Ąchlich erst 2005 er├Âffnet und war das Ergebnis einer gezielten Planung der Stadtverwaltung von Pattaya, um mehr Touristen anzulocken. Er soll die vier gro├čen Regionen Thailands, den Norden, Zentralthailand, Nordost-Thailand und den S├╝den repr├Ąsentieren. Jeder einer Region zugeordnete Bereich des Marktes soll die jeweillige vielf├Ąltige Kultur und Tradition durch den Verkauf lokaler Handwerkprodukte und lokaler Speisen bis hin zu Showveranstaktungen widerspiegeln. Wenn man sich das alles vorher bewusst macht, dann kann man zumindest die eigene Entt├Ąuschung in Grezen halten.

W├Ąhrend meiner vielen Reisen quer durch Asien habe ich es oft erlebt, dass sich Touristen an einem sehr touristischen Ort dar├╝ber beklagen, dass es dort doch so touristisch zugehe. Ich wusste nie, ob ich da lachen sollte oder heulen vor so viel Ignoranz. Aber im Falle des schwimmenden Marktes von Pattaya muss auch ich leider sagen, dass ich kaum jemals zuvor einen ├Ąhnlich extrem auf Touristen fokussierten Ort gesehen habe wie hier.

Es geht um Kommerz und sonst gar nichts! Das geht schon damit los, dass 200 Baht (5 ÔéČ) EIntritt zu bezahlen sind. Das ist fast so, wie wenn ein Supermarkt Eintritt verlabgen w├╝rde. Wenn man dann erst mal drinne ist, f├╝hren h├Âlzerne Laufwege entlang der k├╝nstlich angelegten Kan├Ąle, die von kleinen Souvenirgesch├Ąften und Restaurants ges├Ąumt werden. Ab und an zeigt sich sogar ein Boot, das an einem Steg liegt und ein paar Schaschlicks offeriert. Und das ist eigentlich schon alles, was erw├Ąhnenswert w├Ąre.

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Das Wasser ist braun und vor allem leer! Wenn man Gl├╝ck hat, sieht man mal ein vereinzeltes Boot, das sich verloren zu haben scheint, aber tats├Ąchlich auf der Suche nach Touristen ist, die es dann durch die Kan├Ąle schippern kann.

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Ich kam nach einer Weile an eine H├Ąngebr├╝cke, die zu einem Holzturm f├╝hrte, der scheinar eine gute Aussicht ├╝ber den Markt bot. Nachdem ich mich r├╝bergehangelt hatte, sah ich zuerst einen Zettel an der Treppe h├Ąngen. Und auf dem stand zu lesen, dass man noch einmal 200 Baht zahlen solle, wenn Fotos mit der eigenen Kamera gemacht werden sollten. Ich sch├╝ttelte nur den Kopf, kletterte ganz nach oben und machte meine Aufnahmen. Die Aussicht von oben war leider nicht besser als das, was unten zu sehen war. Dann kam ein junger Thati und wollte mir das Fotografieren verbieten. Kein Problem!

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Nach insgesamt einer halben Stunde hatte ich meinen Besuch an diesem trostlosen Ort beendet: Jeder kleine origin├Ąre Gem├╝semarkt in irgendeinem Dorf ist interessanter als dieser hier.

Wer jetzt immer noch unbedingt mal dorthin fahren will, der kann den Markt etwa acht Kilometer au├čerhalb des Zentrums direkt an der Sukhumvit Rd. finden.

Auf meinem R├╝ckweg fuhr ich den Jomtien Strand entlang und sah pl├Âtzlich diese seltsame aber hochinteressante Wassersportart. So etwas habe ich noch nie gesehen, und ich wei├č auch nicht, wie es genannt wird. Offensichtlich hat der Typ an seinen F├╝├čen zwei Wasserstrahlen installiert und ist ├╝ber einen Schlauch mit einem Jet Ski verbunden. Der Wasserstrahl unter seinen F├╝├čen ist so stark, dass der Typ darauf m├╝helos schweben und kunstvolle Bewegungen machen kann. Einmal machte er zuerst einen Salto, tauchte dann kopf├╝ber ins Meer und scho├č nach ein, zwei Sekunden wieder aus dem Wasser in die H├Âhe.

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Und zum Schlu├č konnte ich in Pattaya in einer K├╝nstlerstra├če ein paar Bilder eines Engl├Ąnders machen, der gerade t├Ątowiert wurde. Ich betrat das Studio und fragte den Typen, ob er etwas dagegen h├Ątte, wenn ich ihn fotografiere. Hatte er aber netterweise nicht!

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Goodbye Pattaya!

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3 Responses

  1. Kirsten
    | Reply

    Mein lieber Stefan, ich mag Deinen Schreibstil, immer mehr :-) Pass’ auf Dich auf.

  2. Anonymous
    | Reply

    Der Meinung von Kirsten schlie├če ich mich an. Es ist w├╝nschenswert, wenn die Brichte in entdsprechenden
    Reisef├╝hrern aufgenommen w├╝rden. L.E.

  3. klimke rosemarie
    | Reply

    bin schon s├╝chtig nach den bildern ebenso nach deinen berichten, mach weiter so !!!

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